16. April 2024

Depression – gemeinsam einsam

Noch immer wird ein Mensch schief angesehen, wenn dieser die Erkrankung öffentlich macht. Eine Depression kann man nicht sehen, fühlen oder riechen. Erkrankte Menschen sind häufig „Meister des (positiven) Fassadenbau“. Im Umfeld sind oftmals Menschen, welche niemals vermutet hätten, dass eine Depression vorliegt.
Auf Grund des gesellschaftlichen Umgangs mit dem Thema, sind depressive Menschen allein mit ihrem Leid. Mir sind bereits mehrere Menschen bekannt, welche sich für einen Suizid entschieden haben und nun nicht mehr leben. Wenn die Krankheit ernst genommen werden würde und die Gesellschaft verstanden hat, dass Depressionen nicht ansteckend sind, dann haben wir bereits einen großen Schritt gemacht. Sich einem Menschen mit Depressionen anzunehmen und ernst zu nehmen, bedeutet bereits einen Schritt in die richtige Richtung zu begleiten.

Es gibt Berichte von Personen mit Depressionen, deren Suizid nicht geklappt hat, dass es nur wenige Minuten sind, in denen sie allein gelassen waren und wo ihnen die Ausweglosigkeit erdrückend auf der Brust gesessen hat. Heute sind sie froh, dass der Suizid nicht geklappt hat. Sie hätten ansonsten viele schöne Momente nicht erlebt.

Die „Macht“ einer Depression kann unbeschreibliche Auswirkungen haben. Ein stolzer Familienvater und gestandener Mann, in Erwartung eines zweiten Kindes, nimmt sich sein Leben, weil es für ihn keinen anderen Weg gegeben zu haben scheint. Obwohl der Stolz und das glücklich sein nicht gespielt waren, hat die Depression für den Moment der Todesentscheidung die Oberhand gewonnen, bis zur Umsetzung hat es in diesem Fall wahrscheinlich kein positives Gefühl geschafft, das negative zu „überlagern“.

Mein Slogan: „Du bist mehr als die MEINUNG anderer…!“ ist im Fall einer Depression ebenfalls anwendbar. Allerdings eher als Apell nach innen gerichtet.

Niemand muss mit Depressionen allein bleiben. Nehmen Sie gern Kontakt auf.